Hauptbehandlung

 

Das "normale" Behandlungsalter für Kinder und Jugenliche liegt zwischen 9-14 Jahren je nach Zahnwechsel. Bei den üblichen Fehlstellungen ist ein Behandlungsbeginn ideal, wenn seitlich ein paar neue Zähne durchgebrochen sind, aber noch nicht alle Zähne. Bei Engständen ist es einfacher, Platz zu schaffen, wenn noch nicht alle Backenzähne da sind. Zudem finden in der Phase des Zahnwechsels viele Knochenumbauvorgänge statt, was wir positiv nutzen können.

Zudem wachsen die Kinder besonders viel zwischen dem 10.-13. Lebensjahr. Während der Behandlung geht es nämlich nicht nur um die Bewegung von Zähnen, sondern oft auch um eine Lagekorrektur der Kieferknochen, d.h. des Unterkiefers und Oberkiefers. Sehr häufig ist der Unterkiefer im Gesichtsschädel zu weit hinten eingebaut und unterentwickelt. Demzufolge werden auch die sich entwickelnden Zahnreihen in einer falschen Relation zusammenbeißen und die Zähne falsch belastet. Vor allem mit herausnehmbaren Geräten können wir das Wachstum der Kiefer fördern oder hemmen und die Muskulatur auf die neue Lage einstellen, sozusagen umtrainieren. Leider ist diese Beeinflussung der Kieferknochen nur im Wachstum möglich. Patienten, die erst mit 13 oder 14 Jahren zum Kieferorthopäden kommen, können auf diese Art nicht mehr behandelt werden, da ihr Hauptwachstum schon stattgefunden hat. In Extremfällen bleibt dann nur noch eine operative Lagekorrektur der Kiefer. Daher ist der richtige Behandlungszeitpunkt extrem wichtig. Kommen Sie lieber zu früh als zu spät zum Kieferorthopäden.

Nach der Phase der losen Geräte folgt häufig das Einsetzen einer festsitzenden Klammer, die Zähne sehr gut körperlich bewegen kann, d.h. samt der Zahnwurzel. Drehungen von Zähnen, das Schließen großer Lücken ohne ein Kippen der Zähne und andere Bewegungen können nur erfolgreich mit einer festen Klammer behandelt werden. So hat jedes Gerät seinen speziellen Behandlungsbereich.