Prophylaxe

Als Prophylaxe bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten jeglicher Art. Dazu gehören auch kieferorthopädische Maßnahmen, die Zahnstellungsfehler und Bissanomalien verhüten oder ihren Ausprägungs grad mindern. Hier möchten wir jedoch über die zahnmedizinische Prävention sprechen. Dazu gehören Zahn- und Mundpflege, ausgewogene Ernährung, Fluoridierung und regelmäßige Besuche beim Zahnarzt.

Besonders wichtig ist die Zahnpflege bei einer festsitzenden Zahnspange, da durch Brackets und Drähte der Zugang zu Zähnen und Zahnfleisch erschwert ist. Hier helfen kleine Zwischenraumbürsten. Mit einem Mundspiegel kann man die Pflege von festsitzenden Geräten kontrollieren, die am Gaumen sitzen.

Bei schlechter Zahnpflege kommt es zu Zahnfleischschwellungen (links) und Entkalkungen (rechts). Entkalkungen sind eine Vorstufe von Karies und zeigen sich durch eine weißliche Verfärbung des Zahnes. Hier haben Bakterien die Zähne irreversibel geschädigt.
 
   
Entkalkungen treten vor allem im Bereich um die Brackets einer festsitzenden Klammer auf, da diese Bereiche mit der Zahnbürste schwer zu erreichen sind. Unter den Brackets ist der Zahn geschützt, da das Bracket mit einem Kleber eingesetzt wird, der eine feste Verbindung zum Zahn hat. Auf dem Foto sieht man genau, wo die Brackets positioniert waren. Nur um die Brackets herum sind die Zähne entkalkt. Zum Schutz der Zähne empfehlen wir, direkt vor Einsetzen der festsitzenden Klammer die Flächen, auf die die Brackets geklebt werden, mit einem Glattflächenschutz zu versiegeln. Leider übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten dafür nicht. Die meisten Patienten wählen die Glattflächenversiegelung jedoch als private Zusatzleistung. Wir achten in unserer Praxis streng auf die Zahnpflege, damit solche Entkalkungen nicht auftreten. Dies ist jedoch nur bei regelmäßigem Erscheinen der Patienten möglich. Bei wiederholt schlechter Zahnpflege entfernen wir die festsitzende Klammer vorzeitig, damit die Zähne keinen Schaden nehmen. Oft ist dann jedoch nur ein Kompromiss-Ergebnis zu erreichen, da mit losen Geräten nicht die gleichen Zahnbewegungen möglich sind.

Unterstützend zur häuslichen Zahnpflege bieten wir professionelle Zahnreinigungen mit dem Airflowgerät und anschließender Politur der Zähne an. Das Airflowgerät "pustet" die Zähne mit einem Wasser-Pulver-Gemisch sauber. Sogar Verfärbungen durch Rotwein, Tee und Nikotin können damit entfernt werden. Auch dies ist eine Leistung, die die gesetzliche Krankenversicherung leider nicht bezuschusst.

   
   

Das Süßigkeiten nicht gut für die Zähne sind, weiß inzwischen jedes Kind. Auch die versteckten Zucker in Ketchup und Cola sind den meisten bekannt. Aber auch Zitusfrüchte können die Zähne mit ihren Säuren angreifen. Denn nichts anderes machen auch die Kariesbakterien: sie "fressen" Zucker und produzieren daraus Säuren, die sie nach außen abgeben und damit die Zähne entkalken. Daher sollte man nach dem Verzehr saurer Speisen nicht direkt die Zähne putzen. Die Zahnbürste würde den quasi "angeätzten" Zahn verletzen.

Besonders während einer festsitzenden Behandlungsphase empfehlen wir eine wöchentliche Fluoridierung der Zähne mit einem Fluoridgel, z.B. Elmex-Gelée. Fluorid ist ein Stoff, der in die äußerste Schicht der Zähne eingebaut wird und diese dadurch besonders widerstandsfähig gegen Karies macht. Auch ohne festsitzende Apparaturen ist eine wöchentliche Fluoridierung sinnvoll. Es gibt auch andere Fluoridierungsmaßnahmen wie das halbjährliche Auftragen eines Fluoridlackes, Aufnahme von Fluorid im Speisesalz oder in speziellen Gegenden auch über das Leitungswasser.

Auch während einer kieferorthopädischen Behandlung sollen regelmäßige Besuche bei Ihrem Zahnarzt stattfinden: als Kind und Jugendlicher zweimal im Jahr, als Erwachsener mindestens jährlich.